Das Auge

Nahaufnahme eines Auges

Aufbau und Funktion des Auges

Das Auge gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Sinnesorganen des Menschen. Es ist vielfältig aufgebaut und ermöglicht als wahres Wunder der Natur eine hohe Qualität des Sehens.

Das Auge funktioniert im Grundprinzip ähnlich wie eine Kamera. So kann man einen durchsichtigen lichtbrechenden Anteil von einem bildempfangenden und bildweiterleitenden Anteil unterscheiden.

Der durchsichtige lichtbrechende Anteil entspricht Linse, Objektiv und Blende bei einer Kamera. Er besteht im Auge aus Hornhaut, Pupille, Linse und Glaskörper. Er sorgt dafür, dass einfallendes Licht ein scharfes Bild auf die lichtempfindliche Netzhaut wirft.

Der lichtempfangende und bildweiterleitende Anteil entspricht dem Film in einer Kamera. Er wird im Auge von der Netzhaut mit den lichtempfindlichen Sinneszellen und der Makula als der Stelle des schärfsten Sehens gebildet. Das von der Netzhaut empfangene Bild wird dann über den Sehnerv weiter zu den Sehzentren des Gehirns geleitet.

Störungen durch Augenkrankheiten

Es leuchtet ein, dass jede Trübung der normalerweise klaren lichtbrechenden optischen Medien des Auges zu einer Sehstörung führt. Am häufigsten werden solche Störungen durch Trübungen der Augenlinse verursacht, man spricht dann vom Grauen Star oder einer Katarakt. Aber auch Trübungen von Hornhaut oder Glaskörper können als Medientrübungen die Sehkraft mindern.

Neben dem lichtbrechenden Anteil des Auges kann auch der lichtempfangende und bildweiterleitende Teil des Auges erkranken, was wiederum zu Sehstörungen führt. Dies kommt bei Netzhauterkrankungen wie Makuladegeneration, Netzhautablösung, Zuckererkrankung der Netzhaut, Durchblutungsstörungen der Netzhaut sowie bei Erkrankungen des Sehnervs (Grüner Star, Durchblutungsstörungen etc.) vor.

Der Graue Star (Katarakt)

Jede Trübung der Augenlinse, die zu einer Sehverschlechterung führt, wird Grauer Star oder Katarakt genannt. Ein Grauer Star kann in jedem Lebensalter - sogar schon bei Säuglingen - auftreten, wird jedoch bei älteren Menschen am häufigsten diagnostiziert.

Aufbau des Auges
Was sind die Ursachen des Grauen Stars?

Ein Grauer Star kann viele Formen, Ausprägungen und Ursachen haben. Zu den möglichen Ursachen gehören Augenverletzungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, früher eingenommene Medikamente wie Kortison oder selten eine vererbte Form des Grauen Stars. Rauchen kann die Entwicklung von Linsentrübungen begünstigen. Bei der Mehrzahl der Patienten mit Grauem Star findet sich jedoch kein spezieller Grund für den Grauen Star. Die genaue Diagnose und Einschätzung kann nur Ihr Augenarzt anhand einer genauen Erhebung der Vorgeschichte und einer exakten Untersuchung der Augen mit speziellen Untersuchungsgeräten stellen.

Wie beeinträchtigt der Graue Star das Sehen?

Die Trübung der Augenlinse verhindert, dass ein scharfes Bild auf die Netzhaut des Auges gelangt. Daher sieht der betroffene Patient verschwommen, grau und nebelig. Die Farben werden schwächer, vor allem Blautöne können nicht mehr deutlich wahrgenommen werden. Patienten leiden häufig unter starker Blendungsempfindlichkeit, vor allem bei Sonnenschein und nachts im Straßenverkehr durch Autoscheinwerfer. Bei bestimmten Formen des Grauen Stars (vor allem Trübung des Linsenkerns) kann es auch zu fortschreitenden Änderungen der Brillenstärke im Sinne einer zunehmenden Kurzsichtigkeit kommen.

Was bedeutet ein Grauer Star für betroffene Patienten?

Infolge der Sehverschlechterung sinkt bei betroffenen Patienten die Lebensqualität erheblich. Zudem sind Patienten mit Grauem Star im Straßenverkehr besonders gefährdet und sollten bei stärkerer Sehbeeinträchtigung selbst kein Fahrzeug mehr führen. Gerade bei älteren Patienten steigt durch Grauen Star die Unfallgefahr, beispielsweise durch Stürze, stark an. Aus diesen Gründen sollte man heutzutage mit einer notwendigen Behandlung des Grauen Stars nicht zu lange warten.

Zu welchem Zeitpunkt kann der Graue Star operiert werden?

Während früher abgewartet wurde bis die Augenlinse vollständig durchgetrübt war und der Graue Star „reif“ war, wird heute meist sehr viel früher zur Operation geraten. Grundsätzlich sollte man immer dann operieren, wenn sich ein Patient durch den Grauen Star beeinträchtigt fühlt und er sich durch die Linsentrübung in seinen täglichen Aufgaben und Interessen (Lesen, Autofahren, Computerarbeit etc.) gestört fühlt.

Der Grüne Star (Glaukom)

Der Grüne Star oder Glaukom ist eine unbehandelt oft fortschreitende Erkrankung des Sehnervs, die zum Verlust von Sehnervenfasern und zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung führen kann. Verursacht wird der Grüne Star durch einen für das jeweilige Auge und den jeweiligen Sehnerv zu hohen Augeninnendruck. Dabei ist zu beachten, dass die Druckempfindlichkeit des Sehnervs bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich sein kann und von mehreren Faktoren abhängt. Der Augeninnendruck liegt normalerweise zwischen 10 und 20 mm Hg. Da die Messung des Augeninnendruckes von der Dicke der Hornhaut abhängt, sollte immer auch die gemessene Hornhautdicke bei der Beurteilung des Augeninnendruckes mit berücksichtigt werden.

Wie äußert sich der Grüne Star?

Diese Erkrankung verläuft typischerweise über viele Jahre chronisch schleichend. Sie verursacht häufig über sehr lange Zeit für den Patienten keinerlei Beschwerden und ist daher sehr heimtückisch. Ein mäßig erhöhter Augeninnendruck ist für den Patienten selbst nicht fühlbar, Gesichtsfeldausfälle entwickeln sich sehr langsam und unmerklich, und die zentrale Sehschärfe bleibt bis zum Spätstadium der Erkrankung meist erhalten. Aus diesem Grund wird ein Grüner Star häufig erst viel zu spät erkannt. Dies ist um so tragischer, als untergegangene Sehnervenfasern sich nicht erholen und nicht nachwachsen können und Gesichtsfeldausfälle auch durch eine Behandlung oder Operation nicht gebessert werden können. Bei rechtzeitiger Diagnose, ausreichender Behandlung und regelmäßigen Kontrollen ist der Grüne Star heute meist gut zu behandeln.

Nur sehr selten verläuft ein Grüner Star als akutes Glaukom mit einem plötzlichen und schmerzhaften Augeninnendruckanstieg.

Wie kann ein Grüner Star festgestellt werden?

Die Diagnose Grüner Star kann nur ein Augenarzt durch eine sorgfältige Untersuchung feststellen. Bei dieser Untersuchung wird neben der Augeninnendruckmessung vor allem der Sehnerv sorgfältig auf eventuelle Schäden analysiert. Zusätzlich ist bei Glaukomverdacht eine Gesichtsfelduntersuchung sinnvoll. Durch moderne High-Tech-Laser-Untersuchungsmethoden kann heute durch Bestimmung der Kontur des Sehnervenkopfes mit dem HRT [bitte verlinken mit "Unsere Praxisklinik - Leistungen - Diagnostik - Vermessung des Sehnervenkopfes"] und vor allem durch exakte Messung der Dicke der Netzhaut-Nervenfaserschicht mit dem OCT die Frühdiagnose und Verlaufskontrolle bei Patienten mit Grünem Star erheblich verbessert werden.

Wie wird der Grüne Star heute behandelt?

Die Hauptsäule der Behandlung des Grünen Stars ist die Senkung und Kontrolle des Augeninnendrucks. Ziel ist dabei, den Augendruck soweit zu senken, dass kein weiterer Schaden am Sehnerv entsteht. Das Erreichen dieses Ziels muss durch regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Augenarzt überprüft und gesichert werden. Bei den Kontrollen misst der Augenarzt den Augeninnendruck, analysiert den Sehnerv und untersucht Ihr Gesichtsfeld (Perimetrie), um Gesichtsfeldausfälle rechtzeitig zu erkennen.

Welche Möglichkeiten der Augeninnendrucksenkung gibt es?

Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, einen erhöhten Augeninnendruck zu senken:

  1. Drucksenkende Augentropfen: Für viele Patienten mit Grünem Star ist eine konsequente Behandlung mit augendrucksenkenden Augentropfen ausreichend. Hierzu gibt es inzwischen eine Reihe sehr wirksamer Medikamente. Welche der Medikamente für den einzelnen Patienten am sichersten und am wirksamsten sind, kann Ihr Augenarzt bei einer genauen Untersuchung feststellen. Entscheidend ist dabei, dass die verordneten Glaukom-Augentropfen regelmäßig und zuverlässig genommen werden, da es sich dabei um eine Langzeit- und Dauertherapie handelt. Unter Umständen können durch drucksenkende Augentropfen auch allgemeine Nebenwirkungen verursacht werden, deshalb sollten Sie Ihrem Hausarzt mitteilen, ob und welche Augentropfen sie einnehmen.
  2. Laserbehandlung: Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Arten von Laseroperationen, die zur Behandlung des Grünen Stars eingesetzt werden.
    1. Argon–Laser–Trabekuloplastik: Zur Augeninnendrucksenkung bei chronischem Glaukom werden kleine Laserherde im Abflussmaschenwerk des Kammerwinkels gesetzt.
    2. Cyclophotocoagulation: Zur Augeninnendrucksenkung wird eine Teil des Ziliarkörpers durch die Lederhaut hindurch mit einem Infrarot-Laser (Diodenlaser) verödet und somit die Neubildung des Augenwassers gehemmt.
    3. Endoskopische Endocyclophotokoagulation: Nach Eingehen mit einem winzigen Endoskop hinter die Pupille erfolgt unter Sicht eine gezielte Behandlung des Ziliarkörpers mit einem Infrarot-Laser (Diodenlaser).
    4. YAG-Laser-Iridotomie: Zur Vorbeugung vor einem akuten Glaukomanfall kann die Schaffung einer kleine Öffnung in der Regenbogenhaut (Iridotomie) vor allem bei stärker weitsichtigen Augen erforderlich sein.
  3. Glaukomoperation: Wenn trotz der oben genannten Behandlungsversuche der Augeninnendruck nicht ausreichend gesenkt werden kann und/oder der Sehnervschaden trotz Behandlung weiter fortschreitet, ist eine chirurgische Augeninnendrucksenkung notwendig. Hierbei werden im wesentlichen 2 Verfahren eingesetzt:
    1. Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers durch Erweiterung der Abflusskanäle und Ausdünnung der Lederhaut (Trabekulotomie, tiefe Sklerektomie oder 360°-Kanaloplastik).
    2. Schaffung eines zusätzlichen Abflusses unter die Bindehaut durch ein Fenster in der Lederhaut (filtrierende Operation, Trabekulektomie oder Goniotrepanation).

Gerade die Planung von Glaukomoperationen muss sehr sorgfältig erfolgen, wobei jeweils das Für und Wider bei jedem Patienten genau abgewogen werden müssen. Leider kann auch die beste Glaukomoperation einen bereits bestehenden Schaden an Sehnerv und Gesichtsfeld nicht rückgängig machen.

Hornhauttrübungen

Die Hornhaut (lat. Cornea oder Kornea) ist neben der Linse das wichtigste optisch brechende Medium des Auges. Sie bildet den vorderen durchsichtigen Teil der äußeren Augenhaut und erlaubt den Blick auf die blaue oder braune Regenbogenhaut. Die Hornhaut trägt mit etwa 2/3 erheblich zur gesamten Brechkraft des Auges bei. Die gesunde Hornhaut ist glasklar, misst 11 bis 12 mm im Durchmesser und ist 0,5 mm dick. Eine glatte Oberfläche, regelmäßige Krümmung und Klarheit der Hornhaut sind Voraussetzungen für ein gutes Sehen. Die Hornhaut ist normalerweise sehr berührungs- und schmerzempfindlich, so dass Hornhauterkrankungen und–verletzungen sehr schmerzhaft sein können.

Wie wirken sich Trübungen der Hornhaut auf die Sehkraft aus?

Jede Trübung der zentralen Hornhaut bedeutet eine Sehkraftminderung. Der Patient bemerkt dann eine Verschlechterung der Sehschärfe, die durch eine Brille nicht ausgeglichen werden kann. Das Sehen wird trübe und verschwommen und der Patient klagt über vermehrte Blendungsempfindlichkeit.

Was sind die häufigsten Ursachen für Trübungen der Hornhaut?

Die häufigsten Ursachen für Hornhauttrübungen sind Hornhautnarben und Hornhautödeme (Hornhautschwellung).

  • Hornhautnarben: Hornhautnarben sind beim Blick auf das Auge oft als weißliche Trübungen zu erkennen. Sie entstehen nach tiefen Hornhautverletzungen, nach tiefen Hornhautentzündungen (vor allem durch Herpes–Viren), nach Hornhautgeschwüren, bei fortgeschrittenem Keratokons oder selten auch als umschriebene erbliche Stoffwechselstörung (sog. stromale Hornhautdystrophien).
  • Hornhautödem: Ein Hornhautödem (Hornhautschwellung) entsteht, wenn die Pumpzellen an der Hornhautrückfläche (Hornhaut – Endothelzellen) geschädigt sind und es so zum Eindringen von Flüssigkeit in die Hornhaut kommt. Die Folgen sind eine Verdickung und eine feine diffuse Trübung der Hornhaut mit entsprechender Sehverschlechterung. Weiterhin können im fortgeschrittenen Stadium eines Hornhautödems kleine Bläschen an der Oberfläche der Hornhaut platzen, was zu Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und einer erhöhten Infektionsgefahr (Entwicklung bakterieller Hornhautgeschwüre) führen kann.
Welche Ursachen für Hornhautödeme gibt es?
  • Anlagebedingter und erblicher Verlust der Hornhaut–Endothelzellen (sog. Fuchs’sche Hornhautdystrophie, benannt nach dem österreichischen Augenarzt Ernst Fuchs)
  • Schwere Augenverletzungen
  • Glaukomanfälle oder sehr stark erhöhter Augeninnendruck
  • Frühere schwierige und komplizierte Augenoperationen
  • Hornhautschäden durch intraokulare Kunstlinsen (meist bei Vorderkammerlinsen, früher häufig, heute sehr selten)
Wie können Hornhautnarben und Hornhautödem behandelt werden?

Wenn die Sehkraft für den Patienten störend herabgesetzt ist und eine medikamentöse Behandlung keine Besserung bringt, ist eine mikrochirurgische Behandlung durch Hornhautübertragung (Hornhaut – Transplantation, Keratoplastik) zu erwägen.

Erkrankungen des Glaskörpers

Der Glaskörper (lat. Corpus vitreum) füllt als durchsichtige, gelartige Flüssigkeit den hinteren Raum des Auges zwischen Linse und Netzhaut aus.

Erkrankungen der Netzhaut

Die Netzhaut (lat. Retina) ist 0,2 bis 0, 5 mm dick und kleidet die hinteren drei Viertel des Augapfels innen „wie eine Tapete“ aus. Sie ist ein Teil des Gehirns und sehr kompliziert aus Nervenzellen und ihren Fortsätzen aufgebaut. Die lichtempfindlichen Sinneszellen (Rezeptoren, Stäbchen und Zapfen) wandeln die Seheindrücke in elektrische Impulse um, diese werden über den Sehnerv an die Sehzentren des Gehirns weitergeleitet.

In der Netzhautmitte am hinteren Pol befindet sich ein besonderes, etwa 1 mm großes Areal, die Stelle des schärfsten Sehens (Macula lutea oder Makula). Hier ist die Auflösung der Netzhaut am größten, so dass mit der Makula kleine Buchstaben oder Gesichter erkannt werden können.

Wenn sich die Netzhaut teilweise oder ganz von Ihrer Unterlage, der Augenwand, abhebt, spricht man von Netzhautablösung (lat. Ablatio retinae oder Amotio retinae). Dies ist eine schwerwiegende Erkrankung, da die abgelöste Netzhaut nicht mehr richtig durchblutet wird und letztlich (nach Monaten) abstirbt.

Zunächst beobachten viele Patienten Blitze im Auge und dichte schwarze Pünktchen („Rußregen“). Anschließend wird ein von der Seite, von oben oder von unten kommender dunkler Schatten bemerkt, der allmählich nach zentral fortschreitet. Dabei kann die zentrale Sehschärfe oft lange Zeit gut erhalten bleiben. Erst wenn die Netzhautablösung die Stelle des schärfsten Sehens (Makula) erreicht, kommt es zu einer deutlichen Sehverschlechterung. Der Patient hat keinerlei Schmerzen.

Verursacht wird die Netzhautablösung durch einen Riss in der Netzhaut, durch den Flüssigkeit zwischen Netzhaut und Augenwand eindringt. Ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung haben Patienten nach schweren scharfen oder stumpfen Augenverletzungen, bei höherer Kurzsichtigkeit und nach komplizierten Augenoperationen.

Was sind Glaskörpertrübungen?

Während der Glaskörper im Jugendalter meist ganz klar ist, kommt es durch Alterungsprozesse und Verflüssigung im Laufe des Lebens häufig zu feinen Glaskörpertrübungen (Schlieren und sog. fliegende Mücken = „Mouches volantes“). Solche Glaskörpertrübungen sind zwar lästig, aber in der Regel nicht bedrohlich und führen normalerweise auch zu keiner stärkeren Beeinträchtigung der Sehkraft. Treten allerdings Glaskörpertrübungen mit weiteren Anzeichen wie Blitzen, Rußregen oder einem dunklen Schatten auf, sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden, da dies auch ein Hinweis auf eine ernste Augenerkrankung wie Netzhautablösung sein kann. Glaskörpertrübungen, die das Sehen stärker beeinträchtigen, können durch Glaskörperblutungen verursacht sein. Derartige Blutungen in den Glaskörper können auftreten bei Netzhautrissen, nach Verletzungen, bei Zuckererkrankung der Netzhaut oder bei anderen Gefäßneubildungen der Netzhaut. Seltenere Ursachen von stärkeren Glaskörpertrübungen sind Stoffwechselstörungen und Entzündungszellen, z. B. bei schwerer Uveitis oder bei schweren Infektionen des Augeninneren.

Zur Behandlung von störenden und die Sehkraft beeinträchtigenden Glaskörpertrübungen kann der Glaskörper heute chirurgisch durch Pars plana – Vitrektomie aus dem Auge entfernt und durch klare Flüssigkeit ersetzt werden.

Wie kann man eine Netzhautablösung behandeln?

Während Netzhautablösungen früher häufig zur Erblindung des betroffenen Auges führten, gibt es heute eine Reihe erfolgversprechender chirurgischer und laserchirurgischer Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Bei langjähriger Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann es zu einer Schädigung der Netzhaut (Retinopathia diabetica) kommen. Das Risiko für die Entwicklung einer diabetischen Retinopathie ist um so größer, je länger die Zuckerkrankheit besteht und je schlechter der Diabetes eingestellt ist. In den westlichen Ländern gehört die diabetische Retinopathie zu den häufigsten Erblindungsursachen.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Stadien der diabetischen Retinopathie:

  1. Hintergrundsretinopathie (Retinopathia diabetica simplex)

Durch Durchblutungsstörungen der kleinen Blutgefäße kommt es zu Blutungen, Gefäßausweitungen, Austritt von Blutfetten in die Netzhaut und Minderversorgung der Netzhaut. Ist die Makula von den Veränderungen mitbetroffen (diabetische Makulopathie), so kommt es durch eine Schwellung der Makula (Makulaödem) oder eine Minderdurchblutung (Ischämie) zu einer Sehverschlechterung. 

  1. Proliferative Retinopathie (Retinopathia diabetica proliferans)

Schreitet die diabetische Retinopathie weiter fort, so kann es als Reaktion auf die Minderdurchblutung zu Gefäßneubildungen an Netzhaut, Sehnerv und Regenbogenhaut kommen. Diese neugebildeten Gefäße führen zu erheblichen Komplikationen (Glaskörperblutungen, Vernarbung der Netzhaut mit Netzhautablösung durch Narbenzug (Traktionsamotio retinae), schmerzhaftes Sekundärglaukom) und leider unbehandelt oft zum Verlust des Auges.

Was bemerkt der Patient zu Beginn einer diabetischen Retinopathie?

Die Netzhauterkrankung bei Diabetes mellitus verursacht bei vielen Patienten über lange Zeit keinerlei Beschwerden (keine Sehverschlechterung, keine Schmerzen). Dies kann sogar bei fortgeschrittenen und dringend behandlungsbedürftigen Stadien einer diabetischen Retinopathie der Fall sein. Daher sollte jeder Patient, bei dem ein behandlungsbedürftiger Diabetes mellitus besteht, mindestens ein Mal im Jahr zum Augenarzt gehen und dort eine gründliche Augenuntersuchung einschließlich Prüfung des Augenhintergrundes (z. B. mit der Optomed-Ultra-Weitwinkel-Untersuchung) und der Makula (OCT) durchführen lassen.

Wie wird eine diabetische Retinopathie behandelt?

Besonders wichtig ist die Vorbeugung. Das bedeutet: Der beste Schutz vor Sehverschlechterung ist eine möglichst gute Zuckereinstellung (Hb A1c–Wert !). Zusätzlich wichtig ist Gewichtsreduktion, körperliche Bewegung sowie Kontrolle und Einstellung von erhöhtem Blutdruck und erhöhten Blutfettwerten. Weiterhin wichtig sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen, um eine Zuckererkrankung der Netzhaut möglichst früh zu erkennen.

Die Behandlung mittelgradig bis weit fortgeschrittener diabetischer Retinopathien erfordert je nach Einzelfall Laserbehandlungen der Netzhaut, medikamentöse Behandlung mit IVOM bis hin zu Netzhaut–Glaskörper-chirurgischen Operationen.

Das diabetische Makulaödem

Häufig entwickelt sich im Verlauf eines langjährigen Diabetes mellitus (meist bei Typ 2) ein diabetisches Makulaödem. Hierbei führen Schäden an den kleinen Blutgefäßen in der Nähe der Stelle des stärksten Sehens (= Makula) zu einer erhöhten Durchlässigkeit dieser Blutgefäße mit der Folge, dass Flüssigkeit, Eiweissstoffe und Fettstoffe aus den Blutgefäßen in die zentrale Netzhaut austreten. Dies wiederum führt zu einer Verdickung und Einlagerung von Flüssigkeit, Eiweiß und Fettstoffen in die Makula, dem diabetischen Makulaödem.

Erkrankungen der Makula

Unter einer Makuladegeneration (altersbezogene Makuladegeneration, AMD, früher senile Makuladegeneration) versteht man eine Schädigung der Netzhautmitte einschließlich der Stelle des schärfsten Sehens, die meist im höheren Lebensalter auftritt. Es handelt sich um eine Erkrankung der Netzhautmitte (Makula), wobei nach und nach die Sinneszellen (Rezeptoren = Stäbchen und Zapfen) absterben. Die AMD ist eine häufige Erkrankung und einer der häufigsten Gründe für stärker eingeschränkte Sehkraft im höheren Lebensalter. Ursachen sind altersbedingte Degenerationsprozesse und chronische Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, höheres Lebensalter und eine genetische Prädisposition (= betroffene nahe Blutsverwandte).

Welche zwei Gruppen von AMD gibt es?
  1. Trockene AMD: Die trockene Form der AMD ist häufiger und hinsichtlich der Sehkraft günstiger. Sie geht nicht mit einer Neubildung von Blutgefäßen einher und schreitet nur langsam fort. Eine gezielte Therapie gibt es bei der trockenen AMD jedoch nicht. Eine trockene kann in eine feuchte AMD übergehen und muss dann wie unter 2. behandelt werden.
  2. Feuchte AMD: Infolge von Minderversorgung und Sauerstoffmangel kommt es zum Einwachsen von kleinen neugebildeten Blutgefäßen aus der unmittelbar unter der Makula gelegenen Aderhaut unter und in die Makula. Da die neugebildeten Blutgefäße eine undichte Gefäßwand besitzen, treten Flüssigkeit, Eiweiß und Blut aus diesen Gefäßen in die Netzhaut aus und es entsteht ein Makulaödem mit fortschreitender Sehverschlechterung. Unbehandelt schreitet die Erkrankung  rasch fort und führt in fortgeschrittenen Stadien der feuchten AMD zu einer starken Vernarbung der gesamten Makula (disciforme oder scheibenförmige Makuladegeneration) mit Verlust der Lesefähigkeit des Auges.
Wie bemerkt ein Patient eine Makuladegeneration?

Typisch ist eine allmähliche Verschlechterung der Sehschärfe. Der Patient hat zunehmend Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift und  beim Erkennen von Gesichtern in mittlerer Entfernung. Der Übergang der (günstigeren) trockenen Form in die (ungünstigere) feuchte Form zeigt sich oft durch eine plötzliche Veränderung des Sehens: Gerade Linien werden verzogen und krumm wahrgenommen und die Sehkraft nimmt relativ rasch (in Tagen oder Wochen) ab. Bei einer derartigen Verschlechterung sollte der Patient möglichst bald seinen Augenarzt aufsuchen. Im fortgeschrittenen Stadium sieht der Patient im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens (am Fixierpunkt) einen grauen oder schwarzen Fleck.

Welche Untersuchungen sind bei einer Makuladegeneration (AMD) erforderlich?

Es gibt eine Reihe von wichtigen Spezialuntersuchungen, die bei feuchter AMD und beim (vermuteten oder tatsächlichen) Übergang einer trockenen in eine feuchte AMD notwendig sind:

  1. Eine Untersuchung der Netzhaut und Bilddokumentation mit dem Augenspiegel und der Weitwinkel-Kamera.
  2. Fluoreszenzangiographie (Farbstoffuntersuchung der Netzhaut) zum Nachweis neugebildeter Blutgefäße unter der Netzhaut.
  3. Moderne OCT-Geräte ermöglichen eine hochauflösende Bildanalyse der Makula zum Nachweis von Blutgefäßen unter und Flüssigkeit in der Makula.
  4. Eine OCT-Untersuchung ist zudem notwendig und sehr hilfreich bei der Nachkontrolle nach Injektionsbehandlung der feuchten AMD zur Beantwortung der Frage, wie weit sich die neuen Blutgefäße durch die Therapie zurückgebildet haben und ob weitere Behandlungsserien erforderlich sind.
Wie kann eine feuchte Makuladegeneration (AMD) behandelt werden?

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten der altersbezogenen Makuladegeneration (AMD) erheblich verbessert, allerdings kann auch heute leider noch nicht jedem Patienten geholfen werden. Sobald eine trockene in die feuchte Form der AMD übergeht, sollte zügig behandelt werden, da sich bei längerer Zeitverzögerung (über mehrere Wochen bis Monate) die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung deutlich verschlechtern.

Bei der Behandlung der AMD steht die Eingabe von Medikamenten (Anti-VEGF-Substanzen) in den Glaskörperraum durch die intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) heute als sehr erfolgreiche Behandlung ganz im Vordergrund.

Dieser kleine operative Eingriff wird unter sterilen Bedingungen in örtlicher Betäubung in einem Operationssaal durchgeführt und ist weitgehend schmerzlos („weniger unangenehm als eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt“).

Da bei der Entwicklung der feuchten AMD die Substanz VEGF eine wichtige Rolle bei der Gefäßneubildung spielt, wurden zur Behandlung der feuchten AMD Medikamente entwickelt, die den Botenstoff VEGF gezielt hemmen (Anti-VEGF-Medikamente). Folgende Medikamente (in alphabetischer Reihenfolge) werden derzeit bei der Behandlung der feuchten AMD bevorzugt eingesetzt:

  • Avastin© (Bevacizumab) verfügt zwar über keine reguläre Zulassung zur Behandlung der feuchten AMD, wird aber weltweit seit vielen Jahren millionenfach sehr erfolgreich zur Behandlung der feuchten AMD eingesetzt („off-Label-Use“)
  • Eylea© (Aflibercept): seit Ende 2012 zur Behandlung der feuchten AMD zugelassener VEGF-Hemmer
  • Lucentis© (Ranibizumab): seit mehreren Jahren zur Behandlung der feuchten AMD zugelassener VEGF-Hemmer

Zahlreiche Untersuchungen und Studien haben eindeutig gezeigt, dass es bei der Wirksamkeit der genannten drei Medikamente keine nachweisbaren Unterschiede gibt.

Die Behandlung mit Anti-VEGF-Medikamenten muss als Langzeittherapie meist über viele Monate und Jahre regelmäßig durchgeführt werden, da es ansonsten fast immer zu einem neuen Krankheitsschub mit erneuter Sehverschlechterung kommt.

Im Durchschnitt benötigen Patienten mit feuchter Makuladegeneration pro Auge im ersten Jahr ihrer Behandlung 8 Injektionen und im zweiten Jahr der Behandlung etwa 6 Behandlungen.

Im Vergleich zur medikamentösen Behandlung werden heute andere Behandlungsansätze (Laserbehandlung durch gezielte Laserkoagulation oder photodynamische Therapie, chirurgische Verfahren wie Makularotation bei der feuchten AMD) nicht mehr eingesetzt.

Welche weiteren Erkrankungen der Makula gibt es?

Makulaforamen

Lochbildung der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens mit deutlicher Herabsetzung der Sehschärfe. Makulaforamina können heute chirurgisch mittels Pars plana – Vitrektomie und vorübergehender Gasfüllung des Auges oft erfolgreich behandelt werden, wodurch meist eine Besserung oder zumindest Stabilisierung der Sehschärfe erreicht werden kann.

Makula Pucker

Beim Macular Pucker (epiretinale Gliose, epiretinale Fibrose) handelt es sich um eine Narbenbildung auf der Netzhaut in der Region der Makula. Meist findet sich keine Ursache für die Narbenbildung, gelegentlich kann ein Zusammenhang mit Gefäßverschlüssen der Netzhaut, Netzhautrissen oder früheren Netzhautoperation bestehen. Ein Makula Pucker kann bei betroffenen Patienten zu Verzerrtsehen (Metamorphopsien) und Herabsetzung der Sehschärfe führen. Bei deutlicher Sehstörung kann eine mikrochirurgische Behandlung mittels Pars plana – Vitrektomie und Entfernung der Narben auf der Netzhautoberfläche (Membran Peeling) durchgeführt werden.

Makulaödem

Schwellung der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula). Ein Makulaödem kann zu Verschwommensehen und Verzerrtsehen führen. Es kann unter anderem auftreten bei Diabetes mellitus (diabetische Retinopathie mit diabetischem Makulaödem LINK), Entzündungen des Auges (Uveitis), Gefäßverschlüssen der Netzhaut (vor allem retinale Venenverschlüsse), Makuladegeneration, Makula Pucker und nach Augenoperationen. Die Behandlung kann je nach Situation durch Medikamente, Laserbehandlung der Netzhaut, Injektion von Corticosteroiden oder Anti-VEGF-Substanzen in den Glaskörperraum oder Pars plana – Vitrektomie mit Membrane Peeling erfolgen.

Welche Beschwerden macht ein diabetisches Makulaödem?

Während der Betroffene zu Beginn der Entwicklung eines diabetischen Makulaödems oft noch keine nennenswerte Sehverschlechterung bemerkt, kommt es beim weiteren Fortschreiten der Erkrankung zu einem zunehmenden Verschwommensehen und Unscharfsehen. Besonders das Lesen ist beeinträchtigt. Erfolgt keine rechtzeitige und konsequente Behandlung, sinkt die Sehkraft im weiteren Verlauf der Erkrankung meist auf 10% oder weniger ab.

Welche Untersuchungen sind für die Diagnose eines diabetischen Makulaödems notwendig und sinnvoll?
  • Die Untersuchung von Makula und Augenhintergrund mit dem Augenspiegel und mit der Ultra-Weitwinkel-Methode (hier Link zu Optos-Kamers)
  • Eine Schichtaufnahme der Makula mittels OCT (hier Link OCT)
  • Eine Farbstoffuntersuchung der Netzhaut (Fluoreszenzangiographie, hier Link FAG)
Kann ein diabetisches Makulaödem erfolgreich behandelt werden?

Während wir früher bei der Behandlung dieser Erkrankung nur wenige Möglichkeiten hatten, kann ein diabetisches Makulaödem heute sehr erfolgreich behandelt werden und hierdurch meist eine brauchbare Sehkraft über viele Jahre erhalten werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist dabei aber, dass 

  1. frühzeitig d.h. bereits beim Beginn eines diabetischen Makulaödems mit der Behandlung begonnen wird, bevor dauerhafte Schäden an der Makula eingetreten sind, und dass 
  2. die Behandlung konsequent und meist über Jahre durchgeführt wird, da es bei zu frühem Abbruch der Behandlung zu Rückfällen erneuten Verschlechterung kommt. 
Welche Behandlungsmethoden gibt es bei diabetischem Makulaödem?

Die moderne Behandlung des diabetischen Makulaödems erfolgt heute durch Medikamente, die direkt in das Auge vor die Netzhaut eingegeben werden. Dieser kleine operative Eingriff nennt sich IVOM (intravitreale operative Medikamenteneingabe), wird unter sterilen Bedingungen in örtlicher Betäubung in einem Operationssaal durchgeführt und ist weitgehend schmerzlos („weniger unangenehm als eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt“).

  • Anti-VEGF-Substanzen: Diese Medikamentengruppe führt zu einer Abdichtung der Netzhaut-Blutgefäße und somit zu einer Rückbildung des Makulaödems. Verwendet werden (in alphabetischer Reihenfolge) die Substanzen Avastin (Bevacizumab), Eylea (Aflibercept) und Lucentis (Ranibizumab), welche in ihrer Wirkung vergleichbar sind. Wichtig ist, dass die Medikamente regelmäßig und über einen langen Zeitraum eingesetzt werden (zunächst 6 Mal im Abstand von je einem Monat, danach je nach Verlauf über Monate und Jahre weiter).
  • Corticosteroide: Auch Kortisonhaltige Medikamente (Ozurdex, Iluvien) können im Rahmen einer IVOM-Behandlung bei diabetischem Makulaödem eingesetzt werden. Ein Vorteil dieser Medikamente ist eine längere Wirksamkeit, Nachteile sind die Möglichkeit der Entwicklung von Linsentrübungen und von Augeninnendruckerhöhung.
  • gezielte Laserbehandlung: bei einem frühen sehr umschriebenen („fokalen“) kann auch eine gezielt Laserbehandlung hilfreich sein.

Die Kosten für alle genannten Behandlungen werden derzeit von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen.