Glaukom-Chirurgie

Wie wird der Grüne Star (Glaukom) behandelt?

Zur Senkung des Augeninnendrucks bei Patienten mit grünem Star führen wir verschiedene Arten von Laserchirurgie durch: Dazu gehören die Laser-Trabekuloplastik mit dem Argon-Laser zur Verbesserung des Abflusses von Kammerwasser sowie die transsklerale Zyklophotokoagulation mit dem Diodenlaser zur Verringerung der Kammerwasserproduktion. Eine neuere Methode zur Drucksenkung ist die endoskopische Zyklophotokoagulation mit einem Dioden-Laser. Zudem werden weitere traditionelle und neue operative Verfahren der Glaukomchirurgie durchgeführt, wie z.B. die nichtpenetrierende Glaukomchirurgie (tiefe Sklerektomie, Trabekulotomie, 360°-Kanaloplastik) und die filtrierende Glaukomchirurgie (Trabekulektomie).

Die Hauptsäule der Behandlung des Grünen Stars ist die Senkung und Kontrolle des Augeninnendrucks. Ziel ist es dabei, den Augendruck soweit zu senken, dass kein weiterer Schaden am Sehnerv entsteht. Das Erreichen dieses Ziels muss durch regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Augenarzt überprüft und gesichert werden. Bei den Kontrollen misst der Augenarzt den Augeninnendruck, analysiert den Sehnerv und untersucht Ihr Gesichtsfeld (Perimetrie), um Gesichtsfeldausfälle rechtzeitig zu erkennen.

Was ist das „Zieldruckkonzept“ in der Glaukombehandlung?

Heute versucht der Augenarzt meist für jeden einzelnen Patienten mit Grünem Star einen Zieldruck zu definieren (Zieldruckkonzept). Dabei schätzt der Augenarzt ab, bei welchem Augeninnendruck davon ausgegangen werden kann, dass der Sehnervenschaden nicht weiter zunimmt. Bei den weiteren Augenuntersuchungen wird geprüft, ob der Zieldruck mit der Behandlung erreicht worden ist und ob tatsächlich der Schaden am Sehnerv zum Stillstand gekommen ist. Sollte der Sehnervschaden trotz erreichtem Zieldruck fortschreiten, so sollte der Zieldruck neu (d.h. niedriger) definiert werden. Wird der Zieldruck mit einer Behandlungsstufe (z.B. Augentropfen) nicht erreicht, so sollte erwogen werden, die nächste Behandlungsstufe (z.B. Laserbehandlung oder Glaukomoperation) einzuleiten.

Welche Möglichkeiten der Augeninnendrucksenkung gibt es?

Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, einen erhöhten Augeninnendruck zu senken:

  1. Drucksenkende Augentropfen: Für viele Patienten mit Grünem Star ist eine konsequente Behandlung mit augendrucksenkenden Augentropfen ausreichend. Hierzu gibt es inzwischen eine Reihe sehr wirksamer Medikamente. Welche der Medikamente für den einzelnen Patienten am sichersten und am wirksamsten sind, kann Ihr Augenarzt bei einer genauen Untersuchung feststellen. Entscheidend ist dabei, dass die verordneten Glaukom-Augentropfen regelmäßig und zuverlässig genommen werden, da es sich dabei um eine Langzeit- und Dauertherapie handelt. Unter Umständen können durch drucksenkende Augentropfen auch allgemeine Nebenwirkungen verursacht werden, deshalb sollten Sie Ihrem Hausarzt mitteilen, ob und welche Augentropfen sie einnehmen.
  2. Laserbehandlung: Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Arten von Laseroperationen, die zur Behandlung des Grünen Stars eingesetzt werden.
    • Argon–Laser–Trabekuloplastik: Zur Augeninnendrucksenkung bei chronischem Glaukom werden kleine Laserherde im Abflussmaschenwerk des Kammerwinkels gesetzt.
    • Cyclophotocoagulation: Zur Augeninnendrucksenkung wird eine Teil des Ziliarkörpers durch die Lederhaut hindurch mit einem Infrarot-Laser (Diodenlaser) verödet und somit die Neubildung des Augenwassers gehemmt.
    • Endoskopische Endocyclophotokoagulation: Nach Eingehen mit einem winzigen Endoskop hinter die Pupille erfolgt unter Sicht eine gezielte Behandlung des Ziliarkörpers mit einem Infrarot-Laser (Diodenlaser).
    • YAG-Laser-Iridotomie: Zur Vorbeugung vor einem akuten Glaukomanfall kann die Schaffung einer kleine Öffnung in der Regenbogenhaut (Iridotomie) vor allem bei stärker weitsichtigen Augen erforderlich sein.
  3. Glaukomoperation: Wenn trotz der oben genannten Behandlungsversuche der Augeninnendruck nicht ausreichend gesenkt werden kann und/oder der Sehnervschaden trotz Behandlung weiter fortschreitet, ist eine chirurgische Augeninnendrucksenkung notwendig. Hierbei werden im wesentlichen 2 Verfahren eingesetzt:
    • Verbesserung des Abflusses des Kammerwassers durch Erweiterung der Abflusskanäle und Ausdünnung der Lederhaut (Trabekulotomie, tiefe Sklerektomie oder 360°-Kanaloplastik)
    • Schaffung eines zusätzlichen Abflusses unter die Bindehaut durch ein Fenster in der Lederhaut (filtrierende Operation, Trabekulektomie oder Goniotrepanation).
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Gerade die Planung von Glaukomoperationen muss sehr sorgfältig erfolgen, wobei jeweils das Für und Wider bei jedem Patienten genau abgewogen werden müssen. Leider kann auch die beste Glaukomoperation einen bereits bestehenden Schaden an Sehnerv und Gesichtsfeld nicht rückgängig machen.

Was kann ich sonst noch gegen meine Glaukomerkrankung tun?

Wenngleich es außer der Augeninnendrucksenkung keine wissenschaftlich gesicherten Behandlungen des Grünen Stars gibt, sollten doch einige Punkte beachtet werden:

Eine allgemein gesunde Lebensweise ist empfehlenswert. Dazu gehören:

  1. gesunde, vitaminreiche Ernährung und Sport.
  2. Nikotin (Rauchen) sollte unbedingt vermieden werden.
  3. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Blutdruck kann für die Durchblutung des Sehnervs schädlich sein. Wenden Sie sich ggf. an Ihren Hausarzt oder Internisten.
  4. Es bestehen keinerlei Einwände gegen „Benutzen“ der Augen, d.h. Lesen, Fernsehen etc.
  5. Es bestehen keinerlei Einwände gegen den Genuss von Alkohol und Kaffee in Maßen.