Cataract-Chirurgie

Wie wird der Graue Star (Katarakt) behandelt?

Operationen des Grauen Stars werden mit der modernen Kleinschnittchirurgie durchgeführt. Als Betäubung wird die oberflächliche Tropf- und Gelanästhesie eingesetzt. Sie erspart unseren Patienten eine Spritze neben oder hinter das Auge und macht die Staroperation auch bei Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (Marcumar, ASS etc.) möglich, ohne dass diese Medikamente abgesetzt werden müssen. Über einen winzigen, weniger als 3 mm breiten Schnitt wird die Linse mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt und anschließend eine faltbare künstliche Augenlinse in die Hinterkammer des Auges eingesetzt. Dabei ist einer der Schwerpunkte unseres Hauses die Implantation neuer, innovativer Kunstlinsen mit erweiterten Funktionen, sogenannter Premium-Kunstlinsen für besseres Sehen nach dem Grauen Star.

Weitere Informationen zu Premium-Kunstlinsen finden Sie hier.

  • Vorbereitung
  • Empfehlungen für das Verhalten vor der Operation des Grauen Stars
  • Informationen zu Premium-Kunstlinsen
  • Anästhesieinformation zur ambulanten Augenoperation
  • An den behandelnden Hausarzt / Internisten
  • Der erste Tag nach Ihrer Operation des Grauen Stars
  • Empfehlungen für das Verhalten nach ambulanter Betäubung bzw. Vollnarkose
  • Hinweise für die Zeit nach Ihrer Augen-Operation
  • Hinweise für die Behandlung nach Ihrer Augen - Operation
Was ist eine Operation des Grauen Stars?

Die Staroperation gehört zu den ältesten Operationen überhaupt und wird seit vielen hundert Jahren durchgeführt. In den letzten Jahrzehnten wurden die Operationsmethoden vielfältig weiterentwickelt und perfektioniert und haben heute ein früher nicht vorstellbares hohes Niveau erreicht. Bei einer modernen Staroperation wird die getrübte Linse aus dem Auge entfernt (Cataract-Extraktion) und durch eine ins Auge eingepflanzte klare Kunstlinse (Intraokularlinse) ersetzt.

Wie wird die Staroperation heute durchgeführt?

Die Operation des Grauen Stars ist heutzutage wenig belastend und kann in den allermeisten Fällen ambulant durchgeführt werden. Grundsätzlich wird zunächst ein Auge operiert. Der Eingriff erfolgt fast immer in örtlicher Betäubung durch Tropf- und Gelanästhesie, so dass eine Injektion neben das Auge nicht mehr erforderlich ist und blutverdünnende Medikamente wie Marcumar oder ASS vor der Operation nicht abgesetzt werden müssen. Zusätzlich gibt der Narkosearzt ein leichtes Beruhigungsmittel, das dass die Operation angenehm und entspannt verläuft. Nur extrem selten ist heute noch eine Vollnarkose oder die Gabe eines örtlichen Betäubungsmittels neben und hinter das Auge notwendig. Die eigentliche Operation erfolgt unter dem Operationsmikroskop.

Wie wird die Stärke meiner Kunstlinse ermittelt?

Im Rahmen der Voruntersuchung wird Ihr Auge exakt vermessen und die für Sie bestmögliche Kunstlinse berechnet. Hierfür gibt es seit vielen Jahren die Vermessung des Augapfels mit Ultraschall. Die Genauigkeit dieser Ultraschall-Methode ist befriedigend.

Welches weitere Messverfahren gibt es?

Inzwischen wurde ein berührungsfreies Messverfahren, welches auf Lasertechnik beruht, entwickelt. Mit einem ungefährlichen Laser wird Ihr Auge dabei schmerzlos auf Bruchteile von Millimetern genau vermessen (Teilkohärenzinterferometrie). Zur Berechnung der Kunstlinse ist dieses Verfahren weltweit anerkannt. Auch in unserer Praxisklinik können wir Ihnen dieses Messverfahren anbieten. Die Wahrscheinlichkeit, ein für Ihre Situation bestmögliches Ergebnis nach der Operation zu erzielen, steigt mit der Verwendung dieses Verfahrens deutlich an.

Bedauerlicherweise kann diese Leistung nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden, da sie nicht im Leistungsverzeichnis der gesetzlichen Kassen enthalten ist. Wir bieten Ihnen diese zusätzliche Untersuchung jedoch gerne als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an.

Wie wird die Augenlinse aus dem Auge entfernt?

Bei der modernen Kleinschnittchirurgie wird die getrübte Linse des Patienten über einen winzigen Schnitt von weniger als 3 Millimetern am Rand der Hornhaut mit Hilfe von Ultraschall schonend aus dem Auge abgesaugt (Phakoemulsifikation).

Wie und an welcher Stelle wird die künstliche Linse eingesetzt?

Nach vollständigem Absaugen der getrübten Augenlinse wird die künstliche Linse (Intraokularlinse) in das Augeninnere eingebracht und hinter der Pupille in die belassene natürliche Aufhängung der Linse eingesetzt. Hierdurch sitzt sie an der natürlichen Stelle im Auge und ist sicher befestigt.

Welche Eigenschaften haben moderne Kunstlinsen?

Moderne Intraokularlinsen werden heute aus besonderen Kunststoffen hergestellt (Acryl oder Silikon). Sie sind faltbar, d.h. sie werden in gefaltetem Zustand in das Auge eingebracht und dann im Auge entfaltet. Dieser Vorgang könnte mit dem Bau eines „Flaschenschiffes“ verglichen werden und hat den Vorteil, dass alle Schritte der Operation über sehr kleine, das Auge nur wenig belastende Schnitte durchgeführt werden können (Kleinschnittchirurgie). Moderne Kunstlinsen sind heute sehr gut fast immer ein Leben lang ohne Schwierigkeiten verträglich. Welcher genaue Typ und welche genaue Stärke einer Kunstlinse für den einzelnen Patienten am günstigsten ist, wird ganz individuell anhand der Ergebnisse der Untersuchung des Auges beim Augenarzt besprochen und entschieden.

Welche Linse ist die richtige für mich?

Um diese Frage zu beantworten, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Als erstes wird bei der genauen Untersuchunge Ihrer Augen festgestellt, welche Kunstlinsentypen prinzipiell sinnvoll sein könnten. Aber auch Ihre ganz speziellen Wünsche und Lebensumstände spielen bei der Wahl einer richtigen Linse eine entscheidende Rolle.

Mehr erfahren Sie unter dem Menüpunkt Kunstlinsen.

Wie wird die korrekte Stärke der Kunstlinse festgestellt?

Im Rahmen der Voruntersuchung vor einer Staroperation wird das zu operierende Auge mit Ultraschall oder mit Laser vermessen und mit Hilfe von Computerprogrammen die für das individuelle Auge am besten passende Kunstlinsenstärke berechnet. Meist wird dabei die Kunstlinsenstärke so festgelegt, dass nach der Operation ein möglichst scharfes Sehen in der Ferne erzielt wird. Zum Lesen kleiner Schrift ist dann eine Lesebrille erforderlich. Seltener wird das Auge auf die Nähe eingestellt: Dies trifft vor allem bei kurzsichtigen Patienten oder Patienten zu, die ohne Brille in der Nähe arbeiten oder viel lesen müssen.

Was ist bei der Vorbereitung und Nachbehandlung der Staroperation zu beachten?

Wichtig für den Erfolg der Staroperation ist nicht nur die bestmögliche und modernste Operationstechnik, sondern auch eine genaue Voruntersuchung, korrekte und gut geplante Vorbereitungen und eine sorgfältige Nachbehandlung. Erst das Zusammenwirken aller Faktoren ermöglicht optimale Ergebnisse der Staroperation. Einzelheiten zu Vorbereitung, Operation und Nachbehandlung finden Sie hier.

Gibt es neben den bekannten Kunstlinsen heute noch weitere moderne Intraokularlinsen?

Neben den sicheren und seit vielen Jahren bewährten Kunstlinsen sind in den letzten Jahren weitere Intraokularlinsen mit besonderen Eigenschaften entwickelt worden. Hierzu gehören vor allem die sogenannten Premium-Kunstlinsen.

Torische Intraokularlinse: Diese Linsen haben eine besonders gestaltete Optik und ermöglichen den Ausgleich von höherer Stabsichtigkeit (Astigmatismus).

Was sind multifokale Intraokularlinsen?

Multifokale Kunstlinsen bilden gleichzeitig je ein Bild für die Ferne und ein Bild für die Nähe auf der Netzhaut ab. Hierdurch ermöglichen sie meist eine gute Sehschärfe sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ohne zusätzliche Brille. Prinzipielle Nachteile von multifokalen Kunstlinsen sind jedoch eine etwas beeinträchtigte Bildqualität und manchmal optische Phänomene wie Ringe oder Strahlenkränze um Lichter und Objekte, die vor allem bei Dämmerung und bei nächtlichem Autofahren auftreten können.

Kunstlinsen mit Blaufilter: Alle modernen Kunstlinsen blockieren schädliches ultraviolettes Licht. In den letzten Jahren gibt es jedoch Hinweise darauf, dass auch sichtbares kurzwelliges Licht, das von herkömmlichen Kunstlinsen in das Auge gelassen wird, unter Umständen die Entstehung oder das Fortschreiten einer Makuladegeneration begünstigen kann. Daher sind in jüngster Zeit Kunstlinsen mit gelblicher Optik, die blaue Lichtstrahlen blockieren, entwickelt worden. Die gelbliche Färbung der Kunstlinse beeinträchtigt oder stört den Patienten dabei nicht. Obwohl ein schützender Effekt auf die Makula für diese Kunstlinsen noch nicht eindeutig bewiesen ist, kann bei bestimmten Patienten (Makuladegeneration auf dem anderen Auge, Vorstufen von Makuladegeneration, Makuladegeneration bei nahen Familienangehörigen) die Einpflanzung derartiger Kunstlinsen mit Blaufilter durchaus sinnvoll sein.

Wie rasch nach der Staroperation kann ich wieder sehen?

Üblicherweise hat sich die Sehkraft bereits wenige Stunden nach der Operation wieder gut erholt, allerdings ist in den ersten Tagen nach der Operation das Sehen noch etwas verschwommen. In den Tagen und Wochen nach der Operation kommt es dann zu einer zunehmenden Besserung, bis nach etwa 3 – 4 Wochen die endgültige Sehschärfe erreicht ist und ein neues Brillenglas verordnet werden kann.