Intraokularlinsen – moderne Linsen für ein besseres Sehen

Unsere Augen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Lebensqualität – sie ermöglichen uns, die Welt bewusst wahrzunehmen und unseren Alltag selbstständig zu gestalten. Wenn eine Operation der Augenlinse notwendig wird, begleiten wir Sie mit moderner Medizin, persönlicher Beratung und viel Einfühlungsvermögen auf dem Weg zu einer bestmöglichen Sehqualität.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kontaktlinse und einer Intraokularlinse?

Kontaktlinsen werden als Alternative zur Brille auf die Augenoberfläche gesetzt und können jederzeit selbst eingesetzt und herausgenommen werden.

Eine Intraokularlinse hingegen befindet sich dauerhaft im Auge. Sie wird im Rahmen eines operativen Eingriffs eingesetzt und ersetzt die natürliche Augenlinse ganz oder teilweise. Intraokularlinsen kommen beispielsweise bei einer Katarakt-Operation (Grauer Star) oder zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten zum Einsatz.

Moderne Intraokularlinsen

Heutige Intraokularlinsen bestehen aus hochwertigen, sehr gut verträglichen Materialien. Sie sind flexibel und können für die Operation gefaltet werden. Dadurch lassen sie sich über einen sehr kleinen Schnitt in das Auge einsetzen und entfalten sich dort selbstständig in ihre endgültige Position.
Diese schonende Operationsmethode ermöglicht eine schnelle Heilung und belastet das Auge nur minimal. Moderne Intraokularlinsen haben sich millionenfach bewährt und verbleiben in der Regel ein Leben lang im Auge.

Welche Linse passt zu mir?

Die Wahl der richtigen Intraokularlinse ist eine sehr individuelle Entscheidung. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die medizinischen Voraussetzungen Ihrer Augen, sondern auch Ihre persönlichen Wünsche und Ihren Alltag.
Möchten Sie möglichst unabhängig von einer Brille sein? Lesen Sie viel oder verbringen Sie viel Zeit am Computer? Fahren Sie häufig Auto oder haben besondere Anforderungen im Beruf? All diese Aspekte fließen in die Auswahl der passenden Linse ein.
Nach einer gründlichen Untersuchung beraten wir Sie ausführlich über die für Sie geeigneten Linsenmodelle und finden gemeinsam die Lösung, die am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.

Arten von Intraokularlinsen

Moderne Intraokularlinsen stehen heute in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung, die auf unterschiedliche Sehbedürfnisse und Lebenssituationen abgestimmt sind. Welche Linse für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihren Augen, Ihren Sehgewohnheiten und Ihren persönlichen Wünschen ab. Im Folgenden stellen wir Ihnen die vier wichtigsten Arten von Intraokularlinsen und ihre jeweiligen Besonderheiten vor.
1. Blaufilterlinse mit asphärischer Optik
2. Monofokale Intraokularlinsen
3. Trifokale und Multifokale Intraokularlinse
4. Torische Intraokularlinsen

1. Blaufilterlinse mit asphärischer Optik

Die Netzhaut des menschlichen Auges verfügt über das schützende Sehpigment Lutein. Im Laufe der Jahre verringert sich aber dessen schützende Wirkung, so dass sich als Ausgleich die Linse zunehmend gelb färbt. Dieser natürliche Schutzfilter reduziert den Blaulichtanteil und senkt somit das Risiko von Makula- und Netzhautschäden. Denn die ungefilterte Lichtbelastung bei herkömmlichen Intraokularlinsen, wo kein Blaufilter existiert, wird u. a. für die Makuladegeneration verantwortlich gemacht.
Durch die Operation des Grauen Stars, bei der die getrübte Augenlinse abgesaugt wird, geht auch der natürliche Blaulichtschutz verloren. Daher gibt es spezielle Blaulichtfilterlinsen, die diese wichtige Aufgabe übernehmen. Sie können den harten Anteil des blauen Lichts absorbieren und schützen so Netzhaut und Makula. Aber auch ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der direkt der menschlichen Linse nachempfundenen Filterfunktion. Der Seheindruck ist wieder deutlich natürlicher, die Farben wirken frischer und ausgewogener.

2. Monofokale Intraokularlinsen

Normale Intraokularlinsen sind sphärisch, also kugelförmig gekrümmt. Dadurch kommt es an den Rändern zu Verkrümmungen des Außenbereiches. Diese Abbildungsfehler können durch asphärische Intraokularlinsen ausgeglichen werden, was gerade bei nächtlichen Autofahrten eine wichtige Rolle spielt. Das Sehen verbessert sich signifikant und führt zu weniger Blendempfindlichkeit und besserer Schärfentiefe.

3. Trifokale und Multifokale Intraokularlinse (EDOF-Intraokularlinse)

Wie bei Gleitsichtbrillen bekannt, gibt es heutzutage die Möglichkeit, auch bei Intraokularlinsen mehrere Brennpunkte zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu den Einstärkelinsen (monofokale Intraokularlinsen), die die Krankenkasse übernimmt, ist es damit möglich, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf zu sehen. Damit können trifokale und multifokale Intraokularlinsen die Akkommodation (Anpassung der Brechkraft) des jugendlichen Auges zumindest teilweise ersetzen.

Vorteil von Mehrstärken-Premiumlinsen

Der Vorteil von Mehrstärken-Premiumlinsen ist, dass der Sehbereich ohne Brille nach einer Cataract-Operation deutliche größer wird und dass, zumindest bei trifokaler Optik, auch ohne Lesebrille gelesen werden kann. Die optische Wirkung von Mehrstärken-Intraokularlinsen wird auf unterschiedliche Weise erzielt: Bei trifokalen Premiumlinsen werden durch eine diffraktive Linsenoptik infolge von Beugung der Lichtstrahlen gleichzeitig drei scharfe Brennpunkte auf der Netzhaut erzeugt, jeweils einer für die Ferne, einer für mittlere Entfernungen (z. B. Computerbildschirm) und einer für den Nahleseabstand. Das Gehirn ist meistens in der Lage, nach wenigen Tagen bis Wochen diese neuen Fokuspunkte zu “verstehen” und als scharfe Abbildungen umzusetzen.

Multifokale EDOF-Premium- Intraokularlinsen

Multifokale EDOF-Premium- Intraokularlinsen arbeiten nach einem anderen Prinzip: Durch eine spezielle Linsenoptik wird eine deutlich erhöhte Tiefenschärfe erzeugt („extended depth of focus“), wodurch nicht nur in der Nähe, sondern auch in mittleren Entfernungen ohne Brille scharf gesehen werden kann.
Dennoch sind Mehrstärken-Intraokularlinsen nicht immer sinnvoll, da vor allem trifokale Optiken aufgrund der mehreren Brennpunkte auch eine erhöhte Blendwirkung verursachen. Gerade für Berufskraftfahrer, die häufig nachts unterwegs sind, ist daher der Einsatz von trifokalen Premium-Intraokularlinsen eher nicht empfehlenswert.
Der Vorteil der Bandbreite von Mehrstärke-Intraokularlinsen ist die Möglichkeit, sie an den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Patienten anzupassen. Je nachdem, welche visuelle Hauptbelastung oder Anforderung gegeben ist, werden dann entsprechende Linsen angepasst.

Trifokale Intraokularlinsen (diffraktiv)

Vorteile: Nah-, Mittel- und Fernsicht ist möglich
Nachteile: Nachts besteht eine erhöhte Blendempfindlichkeit, es können Lichtkranzerscheinungen um Leuchtkörper auftreten.

Multifokale Intraokularlinsen (EDOF)

Vorteile: Mittel- und Fernsicht, allenfalls erhöhte Blendempfindlichkeit
Nachteile: Für das Lesen von kleingedruckten Texten ist eine gesonderte Lesebrille erforderlich.

4. Torische Intraokularlinsen

Eine Hornhautverkrümmung, auch Stabsichtigkeit oder Astigmatismus genannt, führt zu einer verzerrten Wahrnehmung, was sich in unscharfen Bildern äußert. Durch die Operation des Grauen Stares kann mit einer torischen Premium-Kontaktlinse diese Fehlsichtigkeit korrigiert werden. Die hierzu erforderliche torische Intraokularlinsenoptik wird, basierend auf den Ergebnissen verschiedener spezieller Vermessungen von Auge und Hornhaut, gezielt und individuell für das einzelne Auge berechnet und gefertigt („Maßanfertigung“). Daher kann es mehrere Wochen zwischen Voruntersuchung und Operationstermin dauern, bis die torische Premiumlinse verfügbar ist und die Operation erfolgen kann. Durch torische Premium-Intraokularlinsen können vorbestehende Astigmatismus in der Regel beseitigt oder zumindest erheblich vermindert werden und so eine deutliche Sehverbesserung (ohne und mit Brille) erzielt werden.

Mögliche Erweiterungen

Die Optiken von torischen Premium-Intraokularlinsen können auch mit anderen Eigenschaften von Premium- Intraokularlinsen erweitert werden. So besitzen sie einen Blaufilter und können auch mit einer trifokalen oder multifokalen Optik kombiniert werden. Dadurch können sie mehrere Sehfehler gleichzeitig korrigieren.

Mögliche Risiken

Nach erfolgreicher Behandlung kann es in Einzelfällen zu einem sogenannten Nachstar kommen. Es handelt sich hierbei um eine Trübung des hinteren Anteils der Kapsel, in welche die künstliche Linse eingesetzt wird. Dieser kann schonend mittels des Laserverfahrens Kapsulotomie entfernt werden.